Grenzen, Eingeweide & Haselnüsse

Ich bin eigentlich immer Verfechter einer Welt von Menschen gewesen, die sich gegenseitig so akzeptieren und sein lassen, wie sie sind. Seit einiger Zeit arbeite ich jedoch daran, öfter mal meine Grenzen zu setzen und laut auszusprechen, wenn mir etwas zu weit geht. Ehrlich gesagt hat mir diese Einstellung das Leben bisher nicht wirklich leicht gemacht. Denn dadurch, dass ich jetzt bewusster darauf achte, wie eine Situation sich für mich anfühlt, bemerke ich plötzlich immer öfter, wie sehr mich bestimmte Verhaltensweisen anderer Personen ankotzen und wie ich irgendwie immer weniger damit klar komme. Mich packt dann das Kopfkino und ich beginne Methoden zu entwickeln, den Probanden auf unterschiedliche Art die Eingeweide durch die Gelenke zu knoten. Augsburger Puppenkiste auf Tabletten und mit ganz viel Schweineblut.

Soll das so sein? Es ist zwar so, dass sich das Aussprechen meiner Ansichten und Wünsche tatsächlich sehr gut anfühlt. Aber diese gestiegenen Ansprüche an das Setzen und Vertreten meiner persönlichen Grenzen, macht mir das Zusammenleben mit bestimmten Menschen tatsächlich zur Qual und ich beginne, nur noch deren Danebenbenehmen zu beobachten, was mich unzählige Nerven kostet. So oft kann ich mein Maul manchmal gar nicht aufmachen, wie sehr mich etwas stört. Dass ich mich ab und zu zum Vollarsch mache, stört mich daran nicht. Was ist, wenn ich allmählich zum Nörgler mutiere, falls das so weiter geht? Am Ende sitze ich noch als garstiger alter Greis am Fensterbrett und schieße mit Haselnüssen auf Autos.

Irgendwie fehlt mir noch die Gelassenheit. Wie sieht denn der Mittelweg aus?

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