Hass? Och nöö…

Kurz und knapp. Was mich derzeit wirklich vollkommen lähmt und selber wütend macht, ist der blinde und durch Angst geschürte Hass. Blind werden Buhmänner gesucht und Feindbilder erzeugt, blind werden Minderheiten gescholten, blind werden gefährliche Parteien glorifiziert. Es wird geschimpft auf die armen Flüchtlinge, die einzig vor dem Tod davongelaufen sind. Als würden sie uns ins Verderben stürzen. Dabei wird außer Acht gelassen, dass unser Land mit Schuld daran ist, dass in Syrien Krieg herrscht. Wer Krieg sät, erntet Flüchtlinge. Wie kann man Menschen verachten, die lediglich in Sicherheit sein wollen? Sie sollen lieber für ihr Land kämpfen, lese ich dann immer wieder. Da könnte ich kotzen. Diejenigen, die so etwas schreiben, würden in einem Krieg als erste davonlaufen. Abgesehen davon kämpfen in Syrien noch genügend Menschen für ihr Land. Hey, wir Deutschen waren auch mal Flüchtlinge.

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Fortwährend werden einzelne Geschichten aus den „Medien“ ausgegraben von Flüchtlingen, die sich angeblich daneben benommen haben. Ob die Geschichten stimmen, wird nicht hinterfragt. Überhaupt wird nichts hinterfragt. Und anhand von zwei bis drei solcher Geschichten werden dann alle Flüchtlinge als Verbrecher hingestellt. Keiner denkt darüber nach, wie viele Deutsche in Deutschland und anderswo zur selben Zeit Verbrechen an Mensch und Eigentum begehen, oder nicht arbeiten wollen und sich auf Kosten anderer durch’s Leben schnorren. Keiner geht mit Molotov-Cocktails in eine Hartz-4-Asi-kein-Bock-auf-Arbeit-Siedlung und verübt dort Anschläge. Aber die bösen Flüchtlinge. Wenn da einer quer schlägt, dann sind gleich alle Schuld. Da wollen plötzlich alle die AfD wählen, haben aber keine Ahnung von deren Parteiprogramm und wählen nur, um Angela Merkel eins auszuwischen, verpeilen dabei aber, dass sie gerade eine neue NSDAP wählen. Hallo? Hat euch die Geschichte nichts gelehrt?

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Dann lese ich von falschem Nationalstolz getränkte Banner oder Memes, wie „Für die deutsche Kultur zu kämpfen ist kein Verbrechen, sondern eine Bürgerpflicht“. Wenn man diejenigen dann fragen würde, ob sie einem etwas über deutsche Kultur erzählen können, würde man keine Antwort bekommen. Ich habe da einen Vorschlag an alle, die für die deutsche Kultur kämpfen wollen: Macht eine Kunstausstellung, gebt ein Violinenkonzert, schreibt Romane oder malt ein Bild. Das ist Kampf für Kultur. Wenn ihr das nicht drauf habt, dann haltet die Fresse. Aber erzählt mir nichts vom Kampf für die deutsche Kultur und dass ihr dafür die fucking AfD wählt. Leute wie ihr haben nämlich vor 70 Jahren dafür gesorgt, dass Deutschland und seine Kultur fast vor die Hunde gegangen ist.

Wo wir beim Thema Sicherheit und Bildung sind. Ja, ich möchte dies ebenso für meine Kinder. Aber im Moment geht die größte Aggression von meinem eigenen Volk aus. Ich habe um mein Kind Angst. Aber nicht wegen der Flüchtlinge, sondern wegen der Deutschen, die derzeit vollkommen abdrehen.

Deutschland braucht euch nicht. Deutschland braucht Verständnis, Hilfsbereitschaft, Mut und Liebe. Wer das nicht geben kann, findet auch keinen Trost bei der AfD.

Nachtrag: Bernhard Hoëcker bringt es irgendwie auf den Punkt:

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