Fischstäbchen auf Alkohol. Gönn‘ dir!

Wer hier weiterliest, wird eine der sexuell anrüchigsten Geschichten zu Augen bekommen, die jemals geschrieben wurden.

Fischstäbchen aus dem Backofen schmecken nicht. Das musste ich heute feststellen, nachdem mir beim Kochen auch noch das Gemüse angebrannt war. Und die Fischfilets, die ich ominöserweise nur in der Pfanne braten konnte – also nicht im Backofen – , spritzten mir in einem Umkreis von 300 Seemeilen alles voll Öl. Nun können ja die Filets eigentlich nichts dafür, die armen. Auf der Packung stand „wenig Öl“ verwenden. Da sich jedoch mit wenig Öl audiovisuell kaum ein verändernder Effekt einstellte, hielt ich einmal richtig drauf mit der Ölbuddel.

Es brutzelte sofort beruhigend und bräunte die Kruste wie gewollt. Das Spritzschutzsieb (wie heißt das Teil nochmal???) packte ich viel zu spät auf die Pfanne. Da war es um die erst kurz davor blitzeblank geputzte Küche bereits geschehen. Wie auch immer. Nachdem ich auch noch die Dillsoße versaut hatte, die grau durch das verbrannte Gemüse suppte, stellte ich eben fest, wie furztrocken und wenig schmackhaft Fischstäbchen aus dem Ofen sind. Da scheiße ich doch auf die gesunde Variante, wenn ich am Stab aus dem Meer keinen Genuss mehr habe.

Überhaupt kann ich an gesundem Essen nichts finden. Ich habe es versucht. Meine Psyche macht es nicht mit. Ich schaffe es nicht einmal einen Apfel zu essen. Wo soll das noch hinführen? Immerhin versuche ich mir Vitamine auf dem sekundären Weg per Nahrungsergänzung zuzuführen. Wahrscheinlich ist das genauso scheiße, wie Pulvernahrung für Babys aus der Drogerie im Vergleich zur Muttermilch. Vielleicht hätte ich noch ein paar Jahre gestillt werden sollen und bräuchte dafür mein Leben lang keinen einzigen Apfel essen, ohne jemals krank zu werden. Meiner Mutter werde ich es vorwerfen. Wie konnte sie nur?

Im Übrigen habe ich in der Headline gelogen. Es gibt keine sexuell anrüchige Geschichte. Aber toll, dass du bis hierhin gelesen hast. Danke. Wie gerne könnte ich herausfinden, ob durch Beitragsbild und Headline unterbewusst eine Verbindung zwischen Sex und Fischfilets hergestellt wurde.

Nun sitze ich hier und während ich diese Zeilen tippe, spüre ich, wie sehr ich doch den Alkohol verfluche. Ich trinke in der Tat nur noch ganz selten. Auch das Rauchen habe ich an sich aufgegeben. Was nicht heißt, dass ich ohne Laster bin. Doch gestern nahm ich die Chance wahr mir mal wieder gepflegt einen hinter die Binde zu kippen. Der Abend war gemütlich und besonnen. Es war des Alkohols auch und eigentlich nicht viel, beachtet man vor allem, über wie viele Stunden sich der Genuss erstreckte. Und ich fühlte mich zum Ende hin nur bedingt angetrunken, was ja oft am nächsten Tag in der Rückschau ganz anders bewertet wird. Ich führe es auf mein Alter von exakt Anfang-Dreißig Jahren zurück, dass ich solche Eskapaden nicht mehr ganz so schnell verarbeiten kann, wie noch vor zehn Jahren. Reichte damals eine Nacht und ein Tag, dauert es nun doppelt so lange. Und es fühlt sich irgendwie viel beschissener an. Wer kennt das noch?

Ich fühle mich fast schon depressiv. Oder als hätte ich etwas schlimmes verbrochen, was mir unangenehm ist. Keine Ahnung, woher das kommt. Ich bin mir relativ sicher, dass ich letzte Nacht niemanden umgebracht habe. So etwas mache ich nicht grundlos. Wahrscheinlich ist ganz simpel mein Dopamin alle. Dopamin als Nahrungsergänzung. Das wäre jetzt super. Vielleicht probiere ich es mit der Ampulle Vitamin C und stelle mir dabei vor, es hilft gegen Trübsinn. Placeboeffekt quasi.

Nun nutze ich als Vorwand meine drückende Blase, um diesen Beitrag zu beenden.


David Marshall

Autor: David Marshall (Gründer von MassenWort)

Schreiber, Musiker, Zeichner und mehr. Denkt viel, rülpst viel, textet gerne. Tiefgründig, wenn gewollt. Aber Stock im Arsch? Fehlanzeige. Mit einem Augenzwinkern nimmt er nicht alles so bitterernst. Sich selbst schon gar nicht.

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