Muskelauf- und abbau – Wie ich nicht Tyler Durden wurde

Ich muss Muskeln aufbauen. Warum muss ich? Weil ich es will.

Meine Pommes-Oberarme sollen zu meiner Vergangenheit werden. Und mehr Brust muss her. Und Schultern. Und überhaupt. Weniger Körperfett wäre ebenso nett. Fett. Nett. Dabei will ich kein Mister Universum werden. Aber ein bisschen wie Tyler Durden… ein kleines bisschen… nett. Wäre nett.

Aber ich hasse das Trainieren. Ich hatte mir tatsächlich Brad Pitts Workout zum grandiosen Filmepos Fight Club als Orientierung für ein eigenes Training genommen. Zudem hatte ich nach Möglichkeiten recherchiert, die entsprechenden Muskelgruppen nur mit meinem eigenen Körpergewicht und Hanteln zu trainieren. Wobei ich mittlerweile noch einen günstigen Fitness-Tube-Latexband-Expander geschossen habe. Wenn ich schon trainiere, dann zu Hause. Ich kenne mich. Nach draußen gehe ich dafür nicht. Ins Fitnessstudio schon gar nicht.

Wie auch immer, ich hatte mich gut vorbereitet für meine eigene Home Version von Sport und Muskelaufbau. Dass es möglich ist, haben mir zig Videos von muskelbepackten Sport-Gurus und Calisthenics-Freaks (woanders heißt es Freeletics) bezeugt. Selbst Proteinpulver packte ich mir im Drogeriemarkt meines Vertrauens in den Einkaufskorb. Sport frei!

Und die ersten Wochen zog ich es tatsächlich durch. Männlich, bis in die Backentaschen. Die Videos aus dem Netz hatten mich motiviert und angeheizt. Selbst wenn ich mich niemals einarmig an einer Reckstange auf einem Kinderspielplatz hochziehen können würde, ich wollte VERÄNDERUNG! Ich wollte ein Suicide Boy werden. Ein Tank Boy. Tyler Durden. Irgendsowas. Yeah! Jeden Tag nahm ich mir eine andere Muskelgruppe vor. Und nach dem Training Proteine. Tatsächlich sah ich nach relativ kurzer Zeit eine positive Veränderung. Das war Anfang 2015.

Dann machte mir für das folgende Vierteljahr meine Gesundheit einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Ich wurde im Dreiwochentakt krank. Immer wieder und wieder. Eigentlich wurde ich nie richtig gesund. Diagnose: Nebenhöhlenentzündung. Was hier ein anderes Thema sein soll. Fakt ist, ich musste immer wieder mit dem Training aussetzen. Vor allem wollte ich es selbst, um mein Herz zu schonen  Also schaffte ich es nicht bis zum Sommer als Suicide Tyler Tank Boy Durden durch die Straßen zu egozentriken.

Und im Moment fällt es mir sauschwer wieder rein zu kommen. Vor allem, weil ich, wie oben erwähnt, das Trainieren hasse. Ich bin eh schnell erschöpft und habe Probleme mit Schmerzen. Das macht ein Training zur Tortur. Ich fühle mich nach dem Sport einfach nicht besser. Alle Fanatiker schreien in die Welt hinaus, wie gut sie sich nach Sport fühlen. Ich fühle mich währenddessen und vor allem danach wie von einem Panzer überrollt. Spaß? Nope. Glücksgefühle? Nope. Übereifriger Sexdrang, der in einem Altenheim-Gangbang endet? Nope. Woher also die Motivation, wenn mein Hirn genau weiß, wie sehr mein Körper schmerzen wird beim nächsten mal? Ich bin nicht geil auf Schmerz.

warrior-498250_1280Dennoch versuche ich es wieder. Vor allem weil ich so schnell Resultate sah. Aber mein innerer Schweinefotzengaul ist da anderer Meinung. Jetzt kommt erstmal Projekt Vollbart. Ich will wissen, wie ich damit aussehe. Und zum Frisör sollte ich heute gehen. Und überhaupt ist mein neugeborenes Baby jetzt Priorität.

Drückt mir für alles die Daumen.

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David Marshall

Autor: David Marshall (Gründer von MassenWort)

Schreiber, Musiker, Zeichner und mehr. Denkt viel, rülpst viel, textet gerne. Tiefgründig, wenn gewollt. Aber Stock im Arsch? Fehlanzeige. Mit einem Augenzwinkern nimmt er nicht alles so bitterernst. Sich selbst schon gar nicht.

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