Google träumt jetzt?

Neuronales Netzwerk, das lernt und interpretiert.

Was mich gerade mal richtig langweilt, ist dieser Hype um all die psychedelischen Bilder, die mit Googles virtuellem neuronalen Netzwerk geschaffen werden. Obwohl obiges Video schon lustig ist. Vor allem die Mucke. Egal. Nichts gegen künstliche Intelligenz. Sehr polarisierendes Thema, welchem ich fasziniert und beängstigt zugleich gegenüber stehe.

„Spannend bei dieser Entwicklung ist, dass Googles Systeme offenbar eine Art Eigenleben entwickelt haben. Ein “Deep-Learning”-Computer, der mit zahllosen Fotos gefüttert wurde, um darauf Gesichter zu erkennen und diese in Kategorien einzuteilen, fing von alleine an, eine weitere, nicht vorgesehene Kategorie anzulegen: Katzenbilder. Dabei rätseln die Google-Mitarbeiter, wie ihr Computersystem auf diese Idee kam – explizit einprogrammiert haben sie das nicht.“ (Quelle: blog.zdf.de )

Gesichtserkennung? Eigenleben? Da wird mir schon wieder klamm. Skynet (aus Terminator) wird Wirklichkeit? Wenn mich nicht alles täuscht, sind wir längst so weit.

Na hoffentlich ist die erste richtig intelligente Maschine unser Freund. Und sollte sie kindliches Niveau haben, sollten wir uns auf beinestrampelnde Wutausbrüche gefasst machen. Können Roboter eigentlich in die Trotzphase kommen? Wäre wohl für uns nicht so lustig. Aber da wären ja noch die von Asimov beschriebenen Robotergesetze. Würde ein intelligenter Bot á la iRobot fähig sein, diese Gesetze für sich neu zu interpretieren? Und wie würde sich das Thema Lust aus einem meiner vorigen Beiträge gestalten?

Ich schweife ab. Wie auch immer, ich verstehe den Hype um die „Traumbilder“ des Google Netzwerks nicht. Ein paar zufällige Überschneidungen, Farbüberlagerungen, Waschbärengesichter und hier und da verstreut ein paar Augen. Vermutlich erschließt sich mir der Sinn dahinter nicht, der Meilenstein in der Forschung für künstliche Intelligenz. Vor allem aber peile ich nicht, dass Leute ihre eigenen Fotos da durch jagen und sich dann freuen, dass ihr liebster großer Bruder Google irgendeinen random shit daraus gezimmert hat.

Klärt mich auf. Vielleicht bin ich zu skeptisch. Oder ich muss erst ein Foto von mir da durchschleifen, um auf den Zug aufspringen zu können. Es wäre nicht der erste Zug, der an mir vorbei fährt. Was mich aber nicht wirklich stört. Ich muss bei Weitem nicht überall mitfahren.

Vielleicht bin ich einfach enttäuscht, weil ich von träumenden Maschinen etwas spektakuläreres erwartet hatte. Vielleicht lasse ich Google mal ein Foto meines Gemächts interpretieren. Dann bastelt der neuronale Algorithmus eventuell automatisch ein paar weibliche Hände dran.

Träum weiter, Google.

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David Marshall

Autor: David Marshall (Gründer von MassenWort)

Schreiber, Musiker, Zeichner und mehr. Denkt viel, rülpst viel, textet gerne. Tiefgründig, wenn gewollt. Aber Stock im Arsch? Fehlanzeige. Mit einem Augenzwinkern nimmt er nicht alles so bitterernst. Sich selbst schon gar nicht.

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